Abriss des Antifa-Cafés: Neue Räume im Eichtal

Antifa-Café im Exil:
Jeden Freitag ab 20 Uhr geöffnet
Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat: Um 19 Uhr Offenes Antifa Treffen (OAT)

Eichtalstraße 8 (Hinterhof) – 38114 Braunschweig

Wo sich sonst antifaschistische Aktivist*innen und radikale Linke treffen, werden demnächst  die Abrissbagger zugange sein: Das Haus im Cyriaksring 55, in dessen Souterrain sich seit über 25 Jahren das Antifaschistische Café befand, wird demnächst abgerissen.

Doch der Abriss bedeutet nicht das Aus für das Antifaschistische Café, wie Sprecherin Claudia Johnklus deutlich macht: „Wir machen natürlich weiter. Angesichts der Zunahme rechter  Gewalt in dieser Stadt, angesichts der Wahlerfolge einer rechtspopulistische Partei wie der  AfD, die mit rassistischer Hetze auf Stimmenfang geht, braucht es eine starke antifaschistische Bewegung nötiger denn je.“

Auf dem Grundstück im Cyriaksring 55 werden nach dem Abriss Wohnhäuser entstehen, unter anderem mit Wohneinheiten für Student*Innen. Und auch das Antifaschistische Café wird dort wieder Räumlichkeiten bekommen.

Während der Bauzeit ist das Antifaschistische Café „im Exil“ in neuen Räumlichkeiten im Hinterhof in der Eichtalstraße 8 im untergekommen.

Auch hier wird das Antifaschistische Café wie gewohnt jeden Freitag ab 20 Uhr öffnen. Neben der Möglichkeit sich bei Musik und Getränken mit engagierten Antifaschist*innen zu  unterhalten, sind dort aktuelle Broschüren und Flugblätter, sowie Buttons, T-Shirts und Aufkleber erhältlich. Außerdem wird auch hier wieder ein regelmäßiges Programm mit Veranstaltungen und Diskussionsrunden zu verschiedenen politischen Themen angeboten.

Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat findet dort das „Offene Antifa Treffen“ statt, wo  Menschen, die sich engagieren möchten, an der Planung von Aktivitäten und politischen Diskussionen beteiligen und eigene Ideen und Vorschläge einbringen können.

Das Antifaschistischen Café ist nach der Räumung des besetzten „Konzerthaus“ in der Böcklerstraße Anfang der 90er Jahren als Treffpunkt der autonomen Antifa-Szene entstanden. Es wird unter anderem vom „Antifaschistische Plenum Braunschweig“ und der Solidaritätsorganisation „Rote Hilfe – Ortsgruppe Braunschweig“ genutzt.

Claudia Johnklus: „Das Antifaschistische Café ist in den letzten 25 Jahren zu einer festen Institution in dieser Stadt geworden. Dabei waren wir oft unbequem und kritisch, auch gegenüber der Stadtgesellschaft. Ob Aufklärung über Aktivitäten von Nazis, Proteste und Blockaden von Naziaufmärschen, Demonstrationen gegen die Verschärfung der Asylgesetze und Aktionen gegen Abschiebungen, aber auch die jahrelangen Auseinandersetzungen um die Formen des Gedenkens am ehemaligen KZ Schillstraße – es gibt viele Punkte an denen wir uns in den vergangenen Jahren engagiert haben. Antifaschismus ist für uns dabei mehr als nur ‚Gegen Nazis’ zu sein. Es geht uns auch darum eine grundlegende Kritik an den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen zu formulieren, die immer mehr soziale Ungleichheit hervorbringen und den Nährboden für Rassismus, Wohlstandschauvinismus und faschistische Bewegungen bieten. Dagegen setzen wir den Traum von einer anderen Gesellschaft, einer anderen Welt ohne Unterdrückung und Ausbeutung.“

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